Pfingstwallfahrt in Inchenhofen mit 40 Wallfahrergruppen

Inchenhofen (san) Knapp 2000 Wallfahrer machten sich gestern in den frühen Morgenstunden zu Fuß auf den Weg nach Inchenhofen um ihre Anliegen und Bitten dem heiligen Leonhard in Inchenhofen vorzubringen. Am Pfingstmontag wird in Inchenhofen die Erzbruderschaft des heiligen Leonhard gefeiert. Der Heilige ist der Schutzpatron der Gefangenen, der Mütter, der angeketteten Tiere und auch der Geisteskranken und wird schon seit mehr als 700 Jahren verehrt. Um sechs, sieben und acht Uhr fanden bereits die ersten Wallfahrtsgottesdienste statt, die von Dekan Stefan Gast, Pater Alois Mäntele SAC und Pfarrer Albert Mahl in jeweils einem vollbesetzten Gotteshaus zelebriert wurden. Darunter waren Gruppen aus Hilgertshausen, Singenbach, Junkenhofen, Alberzell, Klenau, Gumpersdorf, Petershausen, Sulzbach, Ed, Stadlham, Weilach, Griesbeckerzell, Obergriesbach, Zahling, Ober- und Untermauerbach, Taiting, Edenried, Laimering, Rieden, Peutenhausen, Gachenbach, Klingen, Thalhausen, Ecknach, Oberbernbach und Unterschneitbach. Eine Stunde später fand schon die nächste heilige Messe für die Pilger der Ortschaften Dasing, Rinnenthal, Rehrosbach, Paar, Harthausen, Walchshofen und Oberschneitbach statt. In jedem Wallfahrtsgottesdienst wurde den Pilgern mit der Leonhardsreliquie der Segen gespendet. Dekan Gast konnte mit vielen Wallfahrern und Gruppen ins Gespräch kommen. Die Ministranten der Pfarrei sind gerade an solchen Tagen besonders gefordert und ab 6:00 Uhr zum Dienst eingeteilt. Johannes Hartmann, Florian Hartmann und Jonas Sedlmeir waren bereits seit 5:45 Uhr als Läutmelder im Einsatz. Fast ununterbrochen konnte man die beeindruckenden Glocken der Wallfahrtskirche schon von Weitem hören. Seit kurz nach fünf Uhr morgens war die Mesnerfamilie Kaltenstadler in der Kirche und hat Vorbereitungen für die Gottesdienste getroffen und Aufnahmen zur Erzbruderschaft entgegengenommen. Die Wallfahrt nach Leahad zum heiligen Leonhard ist für den Haunswieser Josef Bäck (55 Jahre) etwas ganz besonderes. Singend und betend machte er sich mit den Edenriedern um 4:15 Uhr auf den Weg. Besonders bittet er den heiligen Leonhard um Gesundheit seiner Familie. Für den 20-jährige Korbinian Hausmann aus Aichach klingelte bereits um 4:15 Uhr der Wecker, um mit der Wallfahrtsgruppe auch Ecknach um 5 Uhr zum Gnadenbild des heiligen Leonhard zu pilgern. In nächster Zeit stehen für den Studenten einige Prüfungen an, um die er den heiligen Leonhard besonders um Beistand bittet. Martin Weigl (44 Jahre) war schon einige Male beim heiligen Leonhard in Inchenhofen. Begeistert erzählte er, dass die 19 kilometerlange Wallfahrt für ihn ganz persönlich eine Stärkung und ein Bekenntnis zum Glauben ist. Besonders genieße er bei der Wallfahrt auch immer die Natur und die Ruhe.

Bei einer Wallfahrt darf natürlich die anschließende Brotzeit nicht fehlen, deshalb herrschte in den beiden Leahada Gaststätten Hochbetrieb. Das Pontifikalamt wurde von Abt Petrus Höhensteiger OSB aus dem Kloster Schäftlarn, Dekan Stefan Gast, Pater Andreas Dankl und Diakon Ludwig Drexel gefeiert. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Hans Schweizer hieß den Abt von Schäftlarn herzlich willkommen „In der Pfingstsequenz heißt es: In der Unrast schenkst du Ruh. Jagen wir nicht oft von einem zu anderen? Die Ansprüche in Beruf und Familie sind hoch. Der Heilige Geist will uns zur Ruhe kommen lassen. Er nimmt das Grübeln und die Sorgen weg. So wünsche ich den Wallfahrern die heute zu uns gekommen sind und uns allen beim Pontifikalamt ein zur Ruhe kommen und dass wir vom Heiligen Geist innerlich gestärkt und aufgerichtet werden.“, so Schweizer. Im Anschluss begrüßte Bürgermeister Karl Metzger Abt Petrus Höhensteiger OSB und die Geistlichkeit. Er hieß alle herzlich willkommen in der Marktgemeinde und erklärte, dass sich hunderte von Wallfahrer mit ihren Anliegen der Fürsprache es heiligen Leonhard anvertrauen. Er überreichte dem Ehrengast ein Präsent im Namen der Marktgemeinde. “Diese Wallfahrt gehört zu den herausragendsten in der Umgebung. Ich gratuliere den Inchenhofenern, dass sie sich für die Erzbruderschaft so einsetzen und diese lange Tradition aufrechterhalten können. Was hat uns der Tag der Erzbruderschaft des heiligen Leonhard in der heutigen Zeit des Computers und in einer modernen Zeit des Glaubens oder was man über überhaupt noch glauben soll zu sagen? Der Festtag lädt uns auch zum Nachdenken ein. Jeder von uns kennt Menschen, bei denen man sich wohlfühlt, die einen so annehmen wie man ist und ohne Maske wir selbst sein können. Auch der heilige Leonhard hat die Liebe Gottes tatkräftig an seine Umgebung weitergegeben und den Armen geholfen. Jeder von uns ist konkret gefragt. Wer seinen Horizont erweitert ist Salz der Erde und Licht der Welt, so wie es uns der heilige Leonhard vorgelebt hat. Wer sich wie der heilige Leonhard für das Lösen der Fesseln einsetzt, der ist ein aktuelles Vorbild, ein leuchtendes Zeichen der Gegenwart Gottes“, so der überzeugende Abt in seiner Predigt. Das Pontifikalamt wurde vom Kirchenchor und Orchester mit der kleinen Orgelsolomesse von Wolfgang Amadeus Mozart feierlich umrahmt.

Foto: Sandra Schweizer

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