Leonhardiritt 2021

Bischof Dr. Bertram Meier beim Heiligen Leonhard
Die Ketten als Spezialität des heiligen Leonhard

Die Fahnen am Inchenhofener Marktplatz wurden gehisst, die Stadtkapelle Aichach und die Fahnenabordnungen standen zum Kirchenzug bereit und viele Trachtler haben sich in Schale geschmissen. Trotz der Entscheidung den Leonhardiritt in diesem Jahr abzusagen, liesen es sich die Leahada nicht nehmen, ihren Schutzpatron den Heiligen Leonhard am Leonhardifest ganz besonders zu ehren. Weit über die Landkreisgrenzen hinaus ist der Ort Inchenhofen auch als Leahad bekannt. Der Name stammt sich vom heiligen Leonhard ab. Dekan Stefan Gast und Hans Schweizer, Vorsitzender des Leonhardikomitees hieß zum feierlichen Pontifikalamt Bischof Dr. Bertram Meier aus Augsburg herzlich willkommen, der zum ersten Mal das Leonhardifest mitfeierte. Unter den Ehrengästen waren Landtagsabgeordneter Peter Tomaschko, Landrat Dr. Klaus Metzger, Bürgermeister Toni Schoder, sowie die Pfarr- und Gemeinderäte. Bürgermeister Schoder begrüßte Bischof Dr. Bertram Meier „Gerade in einer Markgemeinde Inchenhofen ist es wichtig, dass Gemeinde und Kirche eng zusammenarbeiten“, so Schoder. Bischof Dr. Bertram Meier ging in der beeindruckenden Predigt auf die Ketten, als Spezialität des heiligen Leonhard ein. „In den Ketten liegt eine doppelte Botschaft: Die Kette steht für den Zusammenhalt einer Gemeinde. Die Kettenglieder erinnern, dass wir in einer Gemeinschaft verkettet sind. Sie sind aber auch ein Ausrufezeichen: Inchenhofen, denk daran, dass du die Einheit wahrst! Wie eine Reihe von Gliedern eine Kette bildet, so braucht es die Kraft und das Talent vieler Frauen und Männer, damit aus der Bürgerschaft eine Gemeinde und damit eine Pfarrei zur geistlichen Gemeinschaft wird. Zudem deuten die Ketten darauf hin, dass der Heilige Leonhard Gefangene befreit hat. Es gibt heute verschiedene Gefangenschaften und Abhängigkeiten: angefangen von Coronazwängen, unter denen wir leiden, über Beziehungskorsette bis zum Druck dessen, was gerade Mode ist. Andere sind gefangen von Leuten, die ihnen nicht gut guttun und von falschen Freunden. Der heilige Leonhard ermutigt uns zur wahren Freiheit. Er lädt uns ein, einander zu helfen, dass wir frei werden für das, was Gott mit uns plant. So gehört das Fest des heiligen Leonhard eigentlich in die freie Natur. Der Mensch soll frei durchatmen. Der Mensch soll sich etwas abschauen von den prächtigen Pferden, die an einem „normalen“ Leonhardifest zu Prozession und Parade aufmarschieren: Er darf selbstbewusst, frisch und munter durchs Leben galoppieren, aber im Rahmen seiner Grenzen: Vergaloppiere dich nicht! Mensch erkenne deine Grenzen! Du darfst nicht alles, was du kannst!“ Im Anschluss fand für die Gläubigen ein Sektempfang statt und Bischof Dr. Betram Meier durfte sich in das goldene Buch der Marktgemeinde eintragen. Bereits am Abend zuvor fand die Vorabendmesse mit anschließender Lichterprozession zum Friedhof statt. „Die Entscheidung ist allen Beteiligten Ende September nicht leichtgefallen, den Leonhardiritt auch heuer absagen zu müssen. Das geforderte Schutz- und Hygienekonzept hätte sich nur schwer umsetzen lassen.“, so Hans Schweizer, der seit 19 Jahren Vorsitzender des Leonhardikomitees ist. Der traditionelle Leonhardiritt in Inchenhofen gilt als einer der Ältesten in ganz Bayern. Beim Umritt ziehen normalerweise 200 Pferde mit 50 Darsteller jeden Alters, Trachtengruppen, Blaskapellen und bunt geschmückte Motivwägen dreimal durch den Ort.

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