Leonhardifest

Das größte Wallfahrtsfest aber ist das Leonhardifest, das alljährlich am 6. November nächstliegenden Sonntag mit höchster Feierlichkeit mit mehreren Gottesdiensten und einer großen Lichterprozession begangen wird. Höhepunkt dabei ist jeweils das Pontifikalamt um 9.30 Uhr . Der bereits vom Fürstenfelder Abt Paul Herzmann 1459 eingeführte Pferderitt gilt als der älteste in Bayern. Etwa 200 Pferde, mehrere Musikkapellen und Trachtengruppen nehmen daran teil.

Während sich der Bischof und mehrere Geistliche hoch zu Roß am Ritt beteiligen, nehmen der Vertreter der Bayerischen Staatsregierung und sonstige Honorationen in Kutschen Platz. Besondere Glanzpunkte des Inchenhofener Leonhardirittes sind die prachtvollen Festwagen, auf denen in „lebenden Bildern“ überaus eindrucksvoll Szenen aus dem Leben des hl. Leonhard, aus der Inchenhofener Wallfahrtsgeschichte und aus dem bäuerlichen Leben dargestellt werden. Von der Tribühne gegenüber der Kirche aus werden die vorbeiziehenden Gruppen und Festwagen erklärt. Zur Pferdesegnung wird gebetet und gesungen, Weihwasser gesprengt und mit der Reliquie des hl. Leonhard der Segen erteilt. Den Abschluss bildet die gemeinsam gesungene Bayernhymne.

Ablauf des Leonhardifestes 2019

Samstag, 2. November
13.00 – 14.30 Uhr Beichtgelegenheit bei mehreren Priestern
18.00 Uhr Vorabendmesse als Jugendgottesdienst, anschl. Lichterprozession zum Friedhof
Sonntag, 3. November
7.30 + 11.15 Uhr Wallfahrtsgottesdienste
9.30 Uhr Feierliches Pontifikalamt mit Hwst. Herrn Weihbischof Florian Wörner, Augsburg
13.30 Uhr Beginn des Leonhardirittes mit Pferdesegnung, anschl. Festandacht und Kirchenführung.

Möge der hl. Leonhard seine schützende Hand auch weiterhin ausbreiten über unsere ihm geweihte Kirche, über unsere Gemeinde, unsere bayerische Heimat und möge er auch Ihnen ein guter Fürsprecher in allen ihren Anliegen sein.

 

Der Leonhardiritt in Bildern

Vorreiter mit Kreuz – Anführung des Zuges

Die Ministranten

Auch die Geistlichkeit reitet hoch zu Ross mit. Ortspfarrer Stefan Gast und Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger

Einer der Festwagen mit der Lebensgeschichte des hl. Leonhard: Der König möchte den hl. Leonhard beschenken, weil er seiner Gemahlin durch sein Gebet zu glücklicher Geburt verhalf

Altehrwürdiges Bildnis des hl. Leonhard aus Eisen aus dem Jahr 1420

Reliquienschrein des hl. Leonhard vom neuen Zelebrationsaltar in der Kirche

Nach dem Reliquienschrein werden die Bruderschaftsmäntelchen getragen. Die Erzbruderschaft zum heiligen Leonhard wurde im Jahre 1659 gegründet und vom Papst Alexander VII. genehmigt

Prächtiges vierspänniges Gespann

Inchenhofener Mädchen in Altaichacher Tracht

Herzog Ludwig der Gebartete dankt dem heiligen Leonhard für die erlangte Hilfe: Der bayerische Herzog Ludwig der Gebartete, dem seine Gemahlin Anna von Bourbon 1403 am „Ägidientag“ in der zwölften Stunde einen Sohn gebar, opfert diesen und sich selbst als „leibeigen“ aus Dank dem heiligen Leonhard. Außerdem bringen er und seine Gemahlin kostbare Pergamente und einen wertvollen Kelch zu seinem Inchenhofener heiligtum

Papst Martin V. verleiht der Inchenhofener Wallfahrt einen Ablass: Papst Martin V. verleiht der Wallfahrtskirche St. Leonhard einen Ablass. Aus der Hand des Papstes nimmt Abt Johannes III. Fugsch vom Kloster Fürstenfeld dieses Ablassdekret entgegen. Dieser am 10. Januar 1428 verliehene Ablass trug zu einem weiteren Aufblühen der damals schon in ganz Mitteleuropa bekannten Wallfahrt bei.

Die Wallfahrtskirche St. Leonhard: Nach einem Vorgängerbau, der 1332 eingeweiht wurde, mußte der vielen Wallfahrer wegen ein Jahrhundert später eine größere Kirche errichtet werden. In den Jahren 1450 bis 1457 entstand die jetzige spätgotische Kirche, die mehrmals umgestaltet und in der Rokokozeit vor rund 240 Jahren größtenteils ihre jetzige Innenausstattung erhielt.

Kurfürst Maximilian I. bringt sein eigenes Sattelpferd als Votivgabe zum heiligen Leonhard nach Inchenhofen: Während einer im Jahr 1631 grassierenden Pferdeseuche gelobte Kurfürst Maximilian I., alljährlich ein junges Pferd zum heiligtum des heiligen Leonhard nach Inchenhofen bringen zu lassen, falls sein Gestüt in Schleißheim verschont bleiben sollte. Nachdem er die Fürsprache des heiligen Leonhard erfahren hatte, ließen er und seine Nachfolger bis hin zum Jahr 1779 jedes Jahr am Fest des heiligen Leonhard ein junges Pferd nach Inchenhofen bringen, das der Abt der Zisterzienserabtei Fürstenfeld, zu der das Wallfahrtssuperiorat Inchenhofen gehörte, am Leonhardifest jeweils feierlich in Empfang nahm.

Ein bedeutsames Ereignis aus der jüngsten Geschichte der Wallfahrt zum hl. Leonhard: Papst Johannes Paul II. verleiht der Walllfahrtskirche St. Leonhard eine Votivkerze: Im Jahre 1982, am Festtag der Darstellung des Herrn, verlieh Papst Johannes Paul II. der Wallfahrtskirche St. Leonhard eine von ihm geweihte Votivkerze. Bischof Dr. Josef Stimpfle nahm sie aus der Hand des Heiligen Vaters entgegen, überbrachte sie am Ostermontag desselben Jahres und entzündete sie an der Osterkerze. An den großen Wallfahrtstagen sowie am Jahrestag der Amtseinführung des Papstes wird sie seitdem immer entzündet.

Fotos: Pfarramt Inchenhofen, Aichacher Zeitung

 

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