2.000 Wallfahrer kommen an Pfingsten mit Anliegen zum heiligen Leonhard

Rund 2.000 Wallfahrer jeden Alters machten sich gestern in den frühen Morgenstunden mit ihren Anliegen und Bitten zu Fuß auf den Weg zum heiligen Leonhard nach Inchenhofen, der dort seit 700 Jahren verehrt wird. 1659 genehmigte Papst Alexander VII. das Erzbruderschaftsfest, das am Pfingstmontag der Hauptwallfahrtstag in Leahad ist. Der heilige Leonhard ist der Schutzpatron der Gefangenen, der Mütter, der angeketteten Tiere und auch der Geisteskranken. Die ersten beiden Wallfahrtsgottesdienste um sechs und sieben Uhr zelebrierte Dekan Stefan Gast in jeweils einem vollbesetzten Gotteshaus selbst und konnte Gruppen aus Hilgertshausen, Singenbach, Junkenhofen, Alberzell, Klenau, Gumpersdorf, Petershausen, Sulzbach, Ed, Stadlham, Weilach, Griesbeckerzell, Obergriesbach, Zahling, Ober- und Untermauerbach, Taiting, Edenried, Laimering, Rieden, Peutenhausen, Gachenbach, Klingen, Thalhausen, Ecknach, Oberbernbach und Unterschneitbach willkommen heißen. Eine Stunde später fand schon die nächste heilige Messe für die Pilger der Ortschaften Dasing, Rinnenthal, Rehrosbach, Paar, Harthausen, Walchshofen und Oberschneitbach statt. In jedem Wallfahrtsgottesdienst wurde den Pilgern mit der Leonhardsreliquie der Segen gespendet. Dekan Gast konnte mit vielen Pilgern und Gruppen ins Gespräch kommen und lud die Pilger zum Rast halten beim Gnadenbild des heiligen Leonhard ein. Seit kurz nach fünf Uhr morgens war die Mesnerfamilie Kaltenstadler in der Kirche und hat Vorbereitungen für die Gottesdienste getroffen und Aufnahmen zur Erzbruderschaft entgegengenommen. Die Ministranten der Pfarrei sind gerade an solchen Tagen besonders gefordert und ab 6 Uhr zum Dienst eingeteilt. Elena Strobl, Samuel Schnur und Christoph Hartmann waren bereits seit 5:45 Uhr als Läutmelder im Einsatz. Fast ununterbrochen konnte man die Glocken der beeindruckenden Wallfahrtskirche schon von Weitem hören. Zum ersten Mal gingen die beiden Jugendlichen Maria (16) und Elisabeth (14) Pflugmacher aus Obergriesbach mit nach Leahad, auch aus dem Grund, weil in der Schule noch einige Schulaufgaben und Prüfungen anstehen. Ihre begeisterte Freundin Steffi Eberle (12) war bereits schon mehrmals dabei. Die beiden verwandten Familien Neukäufer und Kienast aus Gachenbach standen bereits um 3:30 Uhr auf um zum Gnadenbild des heiligen Leonhard zu pilgern und für ihre Angehörige, die im Krankenhaus liegt, zu beten. Seit Peter Bertele (59) 16 Jahre alt ist, geht er mit seinem Bruder Hans (60) Bertele Jahr für Jahr mit, um die Wallfahrt lebendig zu halten. Schon lange zur Tradition ist das Pilgern nach Leahad für Josef Helfer (71) aus Eismannsberg geworden, der seit der Wiedereinführung 1974 jedes Jahr mitgeht. Selbstverständlich darf bei einer Wallfahrt die anschließende Brotzeit nicht fehlen, deshalb herrschte in den Leahada Gaststätten Hochbetrieb. Das Pontifikalamt wurde von Abt Thomas Maria Freihart OSB vom Kloster Weltenburg, Dekan Stefan Gast und Diakon Ludwig Drexel gefeiert. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Hans Schweizer hieß den Abt herzlich willkommen „Wer auf Wallfahrt geht, erfährt mit allen Sinnen, dass sein Leben ein einziger Weg zu Gott ist. Das Pfingstfest soll uns helfen, dass wir den Kontakt zu Gott nie abbrechen lassen und wie man heute sagt, immer online mit ihm bleiben“, so Schweizer. Im Anschluss begrüßte Bürgermeister Karl Metzger den Abt und stellte fest, dass die traditionelle Pfingstwallfahrt in Leahad lebendig ist. Im Anschluss überreichte er ihm ein Leonhardströpferl. Eine sehr kurzweilige und aufschlussreiche Predigt hielt Abt Freihart OSB. „Was hat in unserer normalen Welt, in unserem Alltag die Kirche zu suchen? Lassen wir uns heute neu auf die tiefste Sehnsucht hinweisen, die der heilige Leonhard (überwältigend dargestellt am Hochaltar) auch verspürte, als er sich als Einsiedler zurückzog und Gott suchte. Wir müssen den Weg nach innen finden, in unser eigenes Herz um zur inneren Ruhe zu gelangen. Der heilige Leonhard wird immer mit Fesseln und Ketten dargestellt. Auch wir Menschen sind gefesselt von Süchten und Abhängigkeiten. Da brauchen wir Menschen, die uns beistehen und uns helfen.“ Abschließend führte Abt Freihart OSB weiter an „Wir Christen bilden immer eine Gemeinschaft der Glaubenden und diese führt Völker und Nationen zusammen. Wer glaubt ist nie alleine. Das Pontifikalamt wurde vom Kirchenchor und Orchester mit der kleinen Orgelsolomesse von Mozart feierlich umrahmt.

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